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Berichte

Weltmeisterschaft Endurance Junioren 2011 in Abu Dhabi von Laura Preiss

 

Ein herzliches Dankeschön an Laura Preiss für den spannenden Bericht, die schönen Bilder und einen Einblick in das WM-Geschehen!

Der Bericht ist unter diesem Link einsehbar.

 

 

 

 

Schweizermeisterschaft Gossau 2011 von Laura Preiss

 

Langsam wird’s ernst, der letzte Tag vor dem grossen Ritt, hab ich denn wirklich alles eingepackt? Zuerst einmal muss ich jetzt noch einen ganzen Morgen arbeiten, Gedanken wieder sammeln und klaren Kopf behalten. Endlich holt mich meine Mutter ab, und als ich meine Schwester im Auto sitzen sah wusste ich, jetzt geht’s ab nach Gossau. Im Auto besprachen wir schon mal die Aufgabenteilung.

In Gossau angekommen sah ich auch schon voller Freude Sonja und Kathrin mit Okkarina beim Tierarzt stehen. Sofort hüpfe ich aus dem Auto und stürmte auf sie zu, noch mehr Freude hatte ich, als die Tierärzte uns das grüne Licht zum Starten gaben.

Nun noch gemütlich den Groomplatz einrichten, und den Abend gemütlich ausklingen lassen, natürlich aber früh ins Bett. Wir fuhren in unser Hotel und stellten alle unser Wecker auf extra laut. Die Nacht war bei mir schon etwas unruhig, viel geschlafen habe ich nicht und war froh endlich den Wecker klingeln zu hören. Ich schlüpfte in meine Reitkleider und danach natürlich sofort zu Okkarina. Ich konnte es kaum erwarten sie endlich aus der Boxe zu nehmen. Meine Schwester half mir tatkräftig sie warm zu führen, als auch schon Sonja mit Verstärkung von Kathrin kam. 

Die Zeit bis zum Start wurde immer knapper, noch letzte Dinge richten und auf geht s zum Start, wo ich auch die anderen Junioren finden konnte. Endlich durften wir starten, die 35 km Schlaufe war schnell geschafft, mit Lea zusammen machten wir eher eine gemütliche Runde. Grandios kam Ori durch die Tierarztkontrolle und wir konnten uns auf die nächste Schlaufe freuen. Die nächste Runde beschloss ich allein in Angriff zu nehmen und mehr zu galoppieren, was auch wunderbar geklappt hatte. Schnell war auch die 2. Schlaufe geschafft, wir lagen 10 Minuten hinter Naemi und waren somit an zweiter Stelle.

Als auch der Tierarzt wieder zu frieden war, waren noch 40 Minuten Pause angesagt. Noch das letzte Mal satteln und los ging es. Auch in der letzten Schlaufe wollte ich das Tempo so beibehalten wie in der 2. Schlaufe, was prima geklappt hat, Okkarina und ich hatten riesigen Spass auf der Strecke. Dann sah ich auch schon wieder das Schild: „2 Km bis zum Ziel“.

Ich ritt auf die Zielgerade, das ganze Team feuerte uns noch kräftig an, dann haben wir auch schon die Ziellinie erreicht. Die letzte Tierarztkontrolle stand bevor, doch auch als diese reibungslos Ablief war die Freude riesig! Grossen Stolz auf Okkarina die diese 90 Km wirklich super lief, und wir uns so den 2.Rang an der SM und die internationale Einsternqualifikation holten. Wir genossen alle noch den Rest des herrlichen Abends und auch Okkarina durfte schon am Samstag wieder zurück zu ihrer Herde.

Nochmals ein grosses Dankeschön an Sonja, Kathrin und Ivar! 

  

Laura Preiss

 

 

 

Junioren-Endurance-Kaderweekend 9./10. April 2011 

Wiederum wurde vom Leitungsteam Endurance unter der Leitung von Chefsport/Suzanne Dollinger, ein sehr abwechslungsreiches Programm zusammengestellt. Damit die Kräfte bis Sonntagabend nicht ausgingen, dafür war einmal mehr Peter Münger zuständig, der uns wie gewohnt kulinarisch aus „seiner“ Küche versorgte.

Anstrengend war’s, geschwitzt wurde, tolle Leistungen wurden gebracht und dies alles mit Spass!

 
 

Veterinär-Kontrolle und Mentales-Training bei Esther Müller

Schon zum zweiten Mal in diesem Jahr fahren wir  Richtung Avenches anlässlich des Kaderweekend’s für die Distanzreiter. Die Bäume sind grün geworden, alles sieht freundlich und friedlich aus. Liegt das am Frühling oder hat es eventuell auch etwas mit dem Mental Training zu tun? Denn seit dem letzten Kaderweekend werden alle im Kader von der erfahrenen Mental Trainerin betreut.

Das Pferd als sehr sensibles Tier ist stark von der mentalen Verfassung seines Reiters abhängig. Auch die Leistung kann dadurch beeinflusst werden. Für mentale Stärkung zu erlangen, gibt es diverse Uebungen, die ganz individuell auf den Reiter abgestimmt werden.    

           

                                                                                                                                                                                                                                                                                                                Foto: Renata Preiss / v.l.n.r. Martina mit Jamal, Jessica mit Kashan,
                                                                                                                                                                                                                                                                                                                    unter der Leitung von Fabienne, Alexandre mit O'Albator, 
                                                                                                                                                                                                                                                                                                                       Naemi mit Kigali                                                                

Doch auch die physische Verfassung des Pferdes ist von Bedeutung, deswegen werden die vierbeinigen Hochleistungssportler jedes Mal vom Veterinär von Kopf bis Huf untersucht. Eine sehr ausführliche Gangkontrolle wird von mehreren Tierärzten beurteilt, in der Gerade wie auch auf der Volte.

Damit die Pferde optimal in die Saison starten können, werden sie schlussendlich noch physiotherapeutisch von Fabienne betreut, um eventuelle Blockaden zu lösen. Das Kaderweekend war einmal mehr sehr abwechslungsreich und lehrreich. Wir starten optimal in die Distanz Saison, und sind gespannt wie unsere ersten internationalen Starts verlaufen werden.


Naemi Frei



Die strengen Blicke der VeterinärInnen
                                                        

 

 

Fitnesstraining für den Reiter bei Luca


Foto: Katia Gumy / v.l.n.r. Trainer Luca, Naemi, Jessica, Martina und Alexandre

Gleich nach dem Frühstück am Sonntag ging es für die Juniorengruppe so richtig los. Fitnesstraining war angesagt! Der Sportlehrer Luca erwartete uns vor dem Haus und mit einer kleinen Verspätung unsererseits, weil bei einigen das Sportdress noch nicht richtig sass, legten wir dann doch los.

Als erstes wärmten wir uns mit ein paar Joggingrunden auf und Luca erklärte uns die Übungen, die er mit uns vor hatte.

Zwei Übungen waren für den Rumpf gedacht, einerseits sollen die seitlichen, und andererseits die geraden Bauchmuskeln aktiviert werden. Zudem eine, die unseren Rücken stärkt. Auf einem Seil, das zwischen zwei Bäumen gespannt war, konnten wir Seiltanzen üben, was ebenfalls den Rumpf stärkt und die Balance fördert. Eine weitere Übung für das Gleichgewicht war das Ausbalancieren auf einem Brett, das auf einer Rolle lag. Diese Kräftigungsübungen helfen uns bei regelmässiger Durchführung für eine bessere Haltung auf dem Pferd , auch bei Ermüdung an langen Rennen.

Nachdem alles erklärt und verstanden war, begann das Training erst recht. Wir sprinteten um die Häuser in Form von einer Stafette und immer nach zwei Runden folgte wieder eine Session mit den Kräftigungsübungen. Nach zwei Durchgängen bei vollem Sonnenschein waren alle allmählich verschwitzt und rot im Gesicht, da hatten wir uns die Pause und ein kühles Getränk wirklich verdient!

 

Jessica Preiss

 

 

 

Foto: Katia Gumy / im Spurt Alexandre     

Reitunterricht bei Christoph Matter

Nach dem Galopp-Training an der Broye, zurück auf dem Areal des Nationalgestüts hatten wir kurz Zeit zum Verschnaufen ehe es auf dem Sandplatz mit dem Reitunterricht bei Christoph Matter losging. Ziel war es, die aufgestellten Cavaletti möglichst ruhig und in fliessendem Tempo zu überqueren. Nach einigen Aufwärmübungen hatten alle Pferde ihren Rhythmus gefunden und wir fingen mit leichtem Stangentraben an. Kurz darauf stellte Christoph die Hürden etwas höher und dieselben Übungen wurden wiederholt bis sie bei allen Reitern und Pferden intus waren.

Am Schluss wurden aus den harmlosen Cavaletti kleine Sprünge. Selbst das stellte für unsere Cracks keinerlei Probleme dar. Wir hatten trotz unerträglicher Hitze grossen Spass und haben viel dazugelernt...

 

                                                                                                                                               

 

Martina Vogt

 

Foto: Renata Preiss / Martina mit Jamal

 

Galopptraining

Après avoir travaillé sur le plat dans la carrière nous avons été entraîner le galop  le long des berges de la Broye…

Nous sommes partis les quatre juniors avec nos chevaux pleins d’énergie suivant Jessica et son cheval qui connaissaient déjà le parcours.

O’Albator était assez nerveux et impatient sur les premiers kilomètres, mais il s’est très vite rendu compte que l’on était parti pour un bon moment et il s’est installé dans ce galop souple et tellement agréable qu’il est le seul à me donner. Je pourrais être dans cette allure avec lui pendant des heures….

Les Berges sont belles, on ne s'en lasse pas même si elles peuvent paraître monotone. Ici nous savons que c’est pour un petit moment, mais sur une grande course, ces longs bouts droit sont durs a gérer et c’est dans ces moments là que le mental est important… L’avantage par contre c’est que cela permet à nos quatre chevaux de se caler dans une allure très régulière qui semble leur demander très peu d’efforts…

De retour au haras fédéral, les chevaux sont encore en bonne forme…et c’est tant mieux, car le travail continue sur la petite carrière!

 

Alexandre Gumy

 

Foto: Renata Preiss / Galopptraining an der Broye                                      

       

 

 

CEI** Dillingen 2010 von Jessica Preiss

 

Achtung Deutschland, die johlenden Schweizer kommen!

 
Schon mindestens eine Woche vor der Abreise nach Deutschland hörte ich jeden Tag den gleichen Satz: „Jessica, was müemer no alles mitne? Hesch scho packt? Muesch denn scho langsam afange gäll!“  Nun war endlich der Tag der Abreise gekommen und da das ganze Gepäck ins Auto gestopft war, blieb dieser Satz endlich einmal aus. Dafür kam jetzt ein anderer, beinahe noch nervigerer: „Meinsch mer hend alles?

Am Donnerstag in aller Herr Gott’s Frühe (ca. 4 Uhr) machten wir uns auf die Socken. Kashan war nicht sonderlich begeistert, so früh morgens aus seiner gemütlichen Boxe geführt zu werden und dann auch noch in den dunklen Anhänger zu steigen. Aber nach kurzer Zeit hatten wir ihn dann überredet und er kam mit uns mit. Ca. 4,5 Stunden später erreichten wir Dillingen und das Turniergelände. Wir  informierten uns über die Veranstaltung, richteten uns dann ein und genossen danach den sonnigen Tag auf der grünen Wiese, wo die Paddocks aufgestellt waren. Nach einem leckeren Abendessen in einem griechischen Restaurant, liessen wir den Abend in unserer gemütlichen, familiären Unterkunft ausklingen.

Am Freitag war schon der erste Ritt, nämlich der längste über 160 km. Es war ein wirklich hartes Rennen. Viele Faktoren, wie heimtückische Bodenverhältnisse und eine Temperatur von 27 Grad, machten es den Pferden und Reitern keines Falls einfach die Herausforderung zu meistern, was man auch deutlich an der tiefen Durchkommensrate sehen konnte. Was waren wir froh, dass wir noch nicht an der Reihe waren und den Tag noch ruhig angehen konnten. Am Morgen ritten Kashan und ich zusammen mit Jamal und Martina und Rafiq und Nadine, zwei Schweizer Junioren, aus. Am Nachmittag präsentierte ich Kashan den Tierärzten in der Vorkontrolle und schon bald prangte eine grelle, blaue Startnummer auf seinem Hintern.
Den Rest des Tages gingen wir hin und her, wieder hin und wieder her, manchmal rannten wir auch, denn wir mussten uns einen guten Platz für die Pausen ergattern und den ganzen Groomplatz einrichten. Das „Team Preiss“ war leider noch unkomplett, denn mein Vater und meine Schwester kamen erst abends an, so hatten meine Mutter und ich alle Hände voll zu tun. Und erstmals erfuhren wir, wie mühsam es ist, ein Zelt zu zweit aufzustellen. Jedem von uns knallten mindestens zwei Mal irgendwelche Stangen auf den Kopf. Irgendeinmal dann, auf unerklärliche Weise, schafften wir ein halbwegs stabiles, zeltartiges Ding aufzustellen. Das war wohl eine der grössten Herausforderungen dieses Wochenendes. Am Abend hiess es dann aber nur noch eins: Schlafen gehen, damit man morgens und halb fünf aus den Federn hüpfen kann.
 

Halb fünf, mein Natel gab eine grausame Melodie von sich und ich sprang, wie von einer Biene gestochen, aus dem Bett. Mein Mami war bereits im Stall, um Kashan zu füttern, der Rest der Crew folgte nun. Wir holten Kashan aus der Boxe, der wirklich froh war, aus dieser Plastikzelle herauszukommen. Kurz putzen, Satteln und dann warm Reiten. Martina mit ihrem Jamal und wir schlossen uns zusammen. Es war sehr gut, dass wir uns kannten, denn wenn man nicht ganz alleine unter all den fremden Reitern ist, gibt dies viel Sicherheit und lockert einen auf.
Der Massenstart mit 17 Paaren verlief erstaunlich ruhig und wir starten die 120 km an dem noch angenehm kühlen Morgen. Die ersten 35 km ritten Martina und ich zusammen. Unsere Pferde hatten zwar beide das Gefühl, sie müssten das Feld gleich anführen und die erste Runde mit ca. 17 km/h zu absolvieren, doch wir schafften es mit der Zeit, sie für einen ruhigen, gleichmässigen Galopp zu begeistern und die beiden liefen super miteinander. Im ersten Vet-Gate trennten sich dann aber unsere Wege, da Kashan etwas schneller dem Tierarzt präsentiert werden konnte. Die erste Pause von 40 Minuten folgte, Kashan frass brav und genoss das frische Gras.

Bei immer noch angemessener Temperatur starteten wir auf die zweite Schlaufe, anfangs alleine, dann holten wir aber einige andere auf. Auch diese 30 km verliefen wirklich prima, Kashan galoppierte, galoppierte und galoppierte, bis wir auch schon wieder das Turniergelände erreichten. Sehr schnell erholte er sich und wir standen wieder beim Veterinär, der zufrieden mit seinen Werten war. Puh, nun wieder eine kleine Pause!

Langsam wurde es richtig warm und die Sonne schien in vollen Zügen. Der Schweiss lief mir nur so unterm Helm hervor und ich fühlte mich, als hätte ich schon seit Wochen nicht mehr geduscht. Nur noch zwei mal 20 km und zum Schluss noch achtzehn, wir rückten dem Ziel, trotz viel Wasserverlust beiderseits, schon näher. Die Reitstrecken waren sehr schön, jedoch nicht ganz harmlos. Viele unebene Graswege sorgten für genügend Gelegenheiten, zu stolpern oder sich zu verletzen. Häufig passierte ich diese Wege im Trab, denn Kashan ist manchmal ein echter Tollpatsch und vor allem, wenn er vor seiner Nase andere Pferde sieht, die er natürlich einholen möchte. Auch die beiden 20 km-Schlaufen meisterten wir mehr oder weniger gut. Er frass und trank prima und lief meisten wie am Schnürchen. Zwei oder dreimal hatte er kurze Phasen, in denen er ein wenig müde wurde oder ihm die Motivation fehlte. Doch ich schaffte es immer wieder, ihn zu begeistern und die Energie aus ihm heraus zu kitzeln.   

Dann kam die Kontrolle nach 105 km, vor der hatte ich am meisten Angst, denn wenn man schon so weit gekommen ist, möchte man auch diese 18 km noch bestreiten dürfen. Mein Herz klopfte, als ich dem Veterinär entgegen trat, doch dieser lächelte nur nach der Kontrolle und wünschte mir alles Gute für die letzte Schlaufe. Puh, tief durchatmen und weiter geht’s!

Die letzte Runde, mit ihren 18 km war nicht ganz Ohne. Die Wege schienen manchmal endlos zu sein, aber trotzdem hatten Kashan und ich die Ziellinie im Visier und kamen ihr auch immer näher. Am letzten Groompunkt stand, wie immer, meine ganze Familie. Meine Schwester rannte mir schon von Weitem mit ihrem „Riesensmile“ und den Wasserflaschen entgegen, spornte Kashan an und sagte ihr Routinesprüchlein auf: „Kashan und du sehen fit aus. Sitz gerade, Kashan auch gerade!“ Dann steht da mein Vater mit Essen und Trinken für mich, wie immer meint er: „Iss etwas Kleines, du brauchst Energie!“ – „Ich habe keinen Hunger.“ – „Iss dieses Bananenstück und basta. “Meine Mutter hält den Wasserkübel hin und Kashan trinkt, wie immer sehr gut- zum Glück! So ein Groompunkt ist doch immer wieder eine Freude!

Nun noch das letzte Stück, dann war die Ziellinie in Sicht und Kashan und ich galoppierten ruhig, aber dennoch ziemlich fit ins Ziel. Wir kühlten ihn, mit Massen an Wasser, wie schon den ganzen Tag. Der Groomplatz war schon ein einziger See. Bald hatte er die Pulsgrenze erreicht und wir machten uns auf den Weg, in die alles entscheidende Schlusskontrolle. Mein Herz schlug mir bis zum Hals, doch ich versuchte mir nichts anmerken zu lassen und Kashan für den letzten Trab noch ein wenig bei Laune zu halten. Meine Knie zitterten beim Messen des Pulses und dann das Vortraben. Die strengen Blicke der Veterinäre, die Runzeln auf ihren Stirnen und dann endlich der erlösende Satz: „Congratulations!“  

Yeah! Was für eine Freude, ich umarmte Sandra, die mich bei der letzten Kontrolle begleitete und dann alle anderen Umstehenden, die ich irgendwie kannte. Und natürlich auch noch ein fester Drücker und viel Guzzeli, Rüebli, Äpfel und Bananen für Kashan! Unser erster 120-er war bestanden, und erst noch auf dem dritten Rang, was wir niemals erwartet hätten. Nun konnten wir alle einen Gang runterschalten und dem Abend etwas relaxter entgehen blicken. Etwas später kam dann auch meine Teamkollegin Martina mit Jamal ins Ziel und auch sie bestanden ihre ersten 120 km. Der Tag war also sehr erfolgreich für uns beide und auch für sehr viele der anderen Schweizer gelaufen! 

Am Sonntagmorgen war dann die Stimmung wunderbar, gelassen und der Geschmack von Zufriedenheit und Freude lag in der Luft. Nach der Transportfreigabe, stand nur noch die Rangverkündigung auf dem Programm. Diese war vom unüberhörbaren Schweizer Gejohle geprägt, wenn auch etwas langatmig und vor allem heiss, in der prallen Sonne, für uns. Wir traten dann alle, zufrieden und glücklich, den etwas langen Heimweg an. Die meiste Zeit schlief ich im Auto, denn so ein Turnier lässt die Augenlieder manchmal doch ganz schön schwer werden.

 

 

 
 
 

Weltmeisterschaft Babolna 2009 von Noémi Tonet

 

Die Vorbereitungen für das grossereignis WM laufen schon das ganze Jahr. Im Frühling starteten Huzout und ich in Gossau ZH! Dieses Rennen war ein Teil unserer Qualifikation. Welches wir zum Glück bestandenJ Ich ritt das Rennen zusammen mit Saskia und Swwann.

Im August stand uns dann noch die zweite Qualifikation bevor. In Avenches hatte ich 60km zu Galoppieren und Huzout wurde danach von Dominik Burger kontrolliert. Trotz des sehr heissen Wetters bestanden Huzout und ich auch diese Hürde. Jetzt musste Huzout nur noch gesund bleiben und dann bekommen wir grünes Licht für die WM. Es lief alles wie geplant und gehofft, Huzout geht es super.

 

Am Samstag, 29. Aug beginnt dann die Reise für Huzout und Papi. Er fuhr mit Huzout bis nach Österreich, wo sie beide übernachteten. Am Sonntagabend kamen sie dann endlich in Babolna an. Als einer der ersten Nationen. Am Montag in der Früh starteten auch Eva und ich unsere Reise Richtung Osten. Wir trafen uns in Basel, von dort aus fuhren wir mit dem Zug nach Freiburg im Breisgau. Dort holten wir zusammen mit Mammi unsere zwei Mietwohnwagen ab. Am Mittag fuhren wir endlich losJ Mammi zwar nochmals nach Hause, sie reiste uns erst Mittwoch Nacht nach. So nun liegen also ca. 11 Stunden Autofahrt vor uns..,.huuuch, doch dank guter Musik, spannenden Gesprächen und Energiedrnks kam uns die Reise gaaar niiiiicht soooooo lang vorJ Dass die arme Eva nicht alles alleine fahren musste, wagte ich mich zum ersten mal ans Steuer eines riiiiiiesen Wohnmobils, und dann noch das erste mal überhaupt auf einer Autobahn! Aber wir leben nochJ sooo um 01.00uhr nachts kamen wird endlich und völlig erschöpft auf dem Zeltplatz gleich neben den Stallungen an.

 

Am Dienstag Morgen weckten uns die Sonnenstrahlen und nicht wie an den  darauf folgenden Morgen Papi. Ich wollte gleich zu Huzout welche schon gemütlich auf den Paddock stand und die Morgensonne zu geniessen schien. Puhh sah die gut aus, wie jeden Tag messten wir ihr gleich die Temperatur, alles war ok. Immer wider betonte Papi dass wir die Ruhe bis zum Sturm geniessen sollen, damit meinte er natürlich Mammi und die zwei kleineren Geschwister. Dies taten wir auch und verstrichen uns die Zeit mit der Besichtigung der Strecke oder mit huzout putzen, grasen und der Überprüfung ihrer Werte. Diese jagten uns einen Schrecken ein als die Temperatur von Huzout täglich zunahm. So riefen wir gleich Dominik an, dieser riet uns ein Homeopatisches Medikament zu geben, und siehe da alles war wider im Lot! Zum Glück,  dass hätte uns jetzt wirklich einen Strich durch die Rechnung gemacht. Aber Huzout ging es super, die frass und soff so gut wie noch nie (wirklich nicht übertrieben). So langsam trafen dann auch viele andere Nationen ein und es wurde immer lauter und lustiger auf dem Zeltplatz. Zu unserem Grossen erstaunen reisten sehr viele Nationen mit Zelten an. Was dafür sorgte, dass wirklich eine super Stimmung auf dem Areal herrschte. Im laufe des Tages traf  Thomas Bobsin mein

Mittwoch Abend raste dann endlich auch Mami und die Geschwister nach Babolna, was wir Donnerstag morgen dann zu hören bekamen. Heute kamen auch John (unser Physiotherapeut) und Simone an. Am Abend trafen sich alle Nationen zum gemeinsamen Nachtessen und zur Riders Party, welche ihrem Namen mehr als gerecht wurde. Wir tanzten und feierten in die Nacht hinein. Doch als die Franzosen die Party verliessen dachte ich, dass es auch für mich langsam Zeit wird. (Es war übrigens erst 22.30 Uhr)

 

Freitag ist Tag der Vorkontrolle, dementsprechend nervös waren wir dann auch alle...Nach dem ersten Mal Vortraben forderten die Veterinären mich auf in die Warteschlange zu stehen und später nochmals Vortraben! Oh mein Gott dache ich und verzweifelt fast, doch John und Thomas unterstützen mich Mental optimal! Nach der zweiten Kontrolle gaben die Veterinären und dann aber grünes Licht!

Doch mit einem B im Gang. Was für eine riesige Erleichterung machte sich in unserem ganzen Team breit. Wir legten uns am Freitag alle früh schlafen, damit wir fit sind für den Renntag. Doch mit früh schlafen war nichts, plötzlich begann aus Kübeln zu schütten und die meisten Zelte flogen durch den Zeltplatz. Andere Nationen mussten ihre Pferde umplatziern damit sie nicht samt Boxe weg schwimmen! Doch ich bekam von der ganzen Aufregung nichts mitJ ich schlief wie ein Stein...Währenddessen beschloss das OK den Start auf Acht Uhr zu verschieben und nahm Streckenänderungen vor. Diese wurden dann fast stündlich und bis kurz vor den Start wider geändert. Doch zum Glück kann man da nur sagen, die Flexibilität der Veranstalter war wirklich super, die Schlaufe die von den Wetterverhältnissen am schlimmsten betroffen war wurde einfach weggelassen und dafür eine andere doppelt geritten.

 

Um Acht Uhr war also Start so Ritt ich um halb Acht  in die einwärm Area, wo ich zusammen mit rund 90 anderen Reiter versuchte mich durch die Massen zu schlängeln. Zum Glück blieben alle Pferde ruhig, denn es war nicht gerade ein grosser Platz. Als dann der Countdown lief und der Speaker die letzten zehn Sekunden abzählte stieg mein Puls auf 180...huuch war ich nervös...wenn nur alles gut läuft dachte ich mir. Doch Huzout mein Champion verstand es die brenzlige Startsituation gut zu meistern. Ich habe mich zwar mit einer Österreicherin verabredet um ganz langsam zu starten, doch Huzout gefiel dies überhaupt nicht. So galoppierten wir halt los...Ich hielt mich nur noch fest und schloss beinahe die Augen. Doch siehe da Huzout erinnerte sich glaub wider an unser Date mit der Österreicherin und drosselte freundlicherweise ihr Anfangstempo auf ein akzeptables Niveau. Und siehe da, schon traf ich auf meine Österreicherin..:)

Die erst Schlaufe von etwas über 30km wollte ich auf keine Fall zu schnell angehen, so Ritt ich eher im hinteren Mittelfeld. Zuerst im Trab, später im Galopp. Mit einer guten Durchschnittsgeschwindigkeit von ca. 15km/h erreichten wir dann das erste Vet-Gate. Huzouts Werte waren einfach genial. Der Gang wurde mit A bewertet, was dann auch das ganze Rennen über anhielt. Wow einfach super. Huzout genoss in der Pause die Behandlung von unserem Physiotherapeuten John sehr. So starten wir voller Elan in die zweite Runde. Ich konnte das Tempo auf dieser Schlaufe erhöhen, da es eine kurze von 20 km war und super Bodenverhältnisse herrschten. Huzout soff unterwegs sehr gut und zeigte sehr viel Lauffreude . Wir erreichten was zweite Vet Gate mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von sage und schreibe 19km/h. Was für eine super Zeit, ich konnte mich einige Plätze nach vorne kämpfen. Auch die Veterinären waren von Huzout begeistert.  Gang: A und auch sonst alle Werte Top. In der Pause sollte Huzout etwas fressen doch typischerweise schmeckte ihr unsere Futter gerade heute einmal nicht so waren wir sehr froh, dass wir mit unseren Nachbahren, welche das selbe Problem hatten, das Futter wechseln konnten. Schon ein bisschen eine Diva diese HuzoutJ doch über solche Staralürchen sehen wir bei Huzouts Superleistungen gerne hinweg.

  

Auf der dritten Runde von wiederum 30km merkte ich, dass das eintönige Gelände und der ständige Galopp begannen Huzout zu langweilen. Zum Glück ritt ich zusammen mit einem gutaussehenden!=) Finnen, so konnten sich unsere Pferde gegenseitig einwenig anspornen. Ganz zur Freude von meinem weiblichen Grooms Salome und Evi übrigens. Die Strecke war leider sehr eintönig doch der Boden war einfach so genial, dass man gerne darüber hinweg sieht.  Mir machte unterdessen etwas ganz anderes mächtig zu schaffen, nämlich dass Huzout einfach nicht mehr sauffen wollteL ich wurde schon fast panisch als sie weder an den Groompoints noch an der Wasserstellen soff. Doch Mammi beruhigte mich, das sie in den Pausen immer super soff sei es im Moment noch mit weiter kritisch. Kaum habe ich mich beruhigt kam eine Wasserstelle und siehe da. Huzout und das finnische Pferd lieferten sich einen regelrechten Saufwettbewerb. Mit einer Geschwindigkeit von 16km/h beendeten wir zusammen mit dem Finnen die dritte Schlaufe. Wie immer waren Huzouts Werte Top. Unter besten Verhältnissen starteten wir zusammen mit anderen Nationen  (z.B USA, GB), aber leider ohne den Finnen (er schied aus) auf die finale Schlaufe von 20km.


Was gibt es schöneres als mit einem super fitten Pferde auf die Schlussrunde zu gehen? Ja richtig das Ziel mit einem noch immer super fitten Pferd (das fanden auch die Vets) und einer super schnellen Geschwindigkeit von 20km/h zu erreichen.  Wooooow konnte ich da nur noch sagen und das ganze Team war super happy uns stolz. Huzout ist einfach einsame Spitze! Es lief einfach alles wie am Schnürchen. Ich möchte mich hiermit beim ganzem Team von ganzem Herzen für dieses super Erlebnis bedanken. Euer Einsatz was einfach der Hammer und ohne euch wäre das alles nicht möglich gewesen.